Warum reproduzierbare Spritz-Parameter entscheidend sind
In der Spritz-Praxis zeigt sich immer wieder: Was nicht dokumentiert ist, kann nicht wiederholt werden. Wer einmal die perfekten Parameter für ein bestimmtes Bauteil gefunden hat, muss diese dokumentieren — sonst ist beim nächsten Auftrag mit gleichem Bauteil wieder bei Null.
Die Konsequenzen nicht reproduzierbarer Parameter sind gravierend:
- Ausschuss — Schichtdicke, Haftung oder Härte weichen ab, Bauteil muss nachbearbeitet oder verworfen werden
- Reklamationen — Auftraggeber erkennt die Schicht nicht wieder und reklamiert
- Audit-Findings — Auditor sieht, dass Parameter nur "nach Erfahrung" eingestellt wurden
- Werkstoff-Verschwendung — Spritz-Pulver wird beim Probieren verbraucht
- Verlorene Aufträge — Auftraggeber geht zum Wettbewerber, der dokumentieren kann
Welche Parameter pro Verfahren erfasst werden müssen
Pro Spritz-Verfahren gibt es typische Parameter, die erfasst werden sollten:
HVOF (ISO 4063 Code 15)
- Brenngas-Typ und -Verhältnis (Sauerstoff : Brenngas)
- Brenngas-Druck und -Durchfluss
- Spritz-Abstand
- Pulver-Förderrate (g/min)
- Substrat-Temperatur
- Anzahl Pässe
- Schrittgeschwindigkeit
Plasmaspritzen (Code 14)
- Plasmagas-Zusammensetzung (Ar/He/N2)
- Stromstärke und Spannung
- Plasmagas-Durchfluss
- Pulver-Förderrate
- Spritz-Abstand
- Substrat-Temperatur
- Anzahl Pässe
Lichtbogenspritzen (Code 12)
- Stromstärke und Spannung
- Draht-Vorschub
- Zerstäubergas-Druck
- Spritz-Abstand
- Verfahrgeschwindigkeit
Flammspritzen (Code 13)
- Brenngas-Typ und -Verhältnis
- Brenngas-Druck
- Pulver-Förderrate
- Spritz-Abstand
- Verfahrgeschwindigkeit
Diese Parameter-Sätze sollten pro Bauteil-Typ als Template hinterlegt werden — und pro Auftrag mit den tatsächlich verwendeten Werten befüllt.
Das Spritz-Anweisungs-Template in SpritzDoku
SpritzDoku liefert vorgefertigte Templates pro Verfahren mit allen relevanten Parameter-Feldern. Sie wählen das Template, ergänzen die auftragsspezifischen Werte (z. B. Pulver-Charge, Bauteil-ID, Auftraggeber) und speichern die Spritz-Anweisung.
Vorteile:
- Konsistenz — Alle Spritz-Anweisungen folgen demselben Aufbau
- Vollständigkeit — Audit-relevante Felder werden nicht vergessen
- Wiederverwendbarkeit — Templates können für gleiche Bauteile wiederverwendet werden
- Spritz-Anweisungs-Historie — Alle Änderungen sind nachvollziehbar
Wiederholauftrag in 3 Klicks
Der eigentliche Effekt zeigt sich beim Wiederholauftrag:
- Klick 1 — Vorhandene Spritz-Anweisung aus dem Archiv öffnen
- Klick 2 — Als Vorlage für den neuen Auftrag übernehmen (Charge, Bauteil-ID, Auftraggeber aktualisieren)
- Klick 3 — Neue Spritz-Anweisung speichern und Auftrag anlegen
Die Parameter sind exakt wie beim letzten Mal — kein Drift, keine Überraschungen im Audit, kein Risiko für Ausschuss.
Re-Qualifikation bei Verfahrens-Änderung
Wenn ein Verfahrenwechsel ansteht (z. B. von Plasma auf HVOF für ein bestimmtes Bauteil), muss die neue Spritz-Anweisung gemäß ISO 14918 re-qualifiziert werden. SpritzDoku unterstützt diesen Prozess:
- Verfahrensänderung markieren — neue Spritz-Anweisung mit altem Verfahren als "überholt" speichern
- Re-Qualifikation dokumentieren — Verfahrensprüfung des Spritzers, neue Probebauteile
- Freigabe durch ISO-12690-Aufsichts-Person mit Datum und Befugnis
So bleibt lückenlos nachvollziehbar, wann welche Spritz-Anweisung galt und welche Qualifikation der zugrunde liegt. Im EN-17002-Audit ist das Gold wert.
Fazit
Reproduzierbare Spritz-Parameter sind kein Luxus, sondern Grundlage für jede professionelle Beschichtung. Wer seine Parameter sauber dokumentiert, spart Zeit, Ausschuss und Audit-Ärger. SpritzDoku liefert die nötige Struktur — mit verfahrensspezifischen Templates, Wiederverwendungslogik und lückenloser Verkettung zu Charge, Spritzern und Aufsichts-Person.