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Thermisches Spritzen — Verfahren im Überblick

Thermisches Spritzen ist eine Schlüsseltechnologie für Verschleißschutz, Korrosionsschutz und Funktionsbeschichtungen. ISO 4063 unterscheidet sieben Verfahren mit den Codes 12–18 — hier ist der vollständige Überblick.

1. Was ist Thermisches Spritzen?

Thermisches Spritzen ist eine Gruppe von Beschichtungs­verfahren, bei denen Spritz­werkstoffe (Draht, Pulver, Stab) durch eine Wärmequelle geschmolzen oder angeschmolzen und auf ein Substrat geschleudert werden. Die Schicht entsteht mechanisch — nicht stoffschlüssig wie beim Schweißen. Vorteil: minimaler Wärmeeintrag ins Bauteil, fast alle Werkstoffe kombinierbar.

2. Flammspritzen (ISO 4063 Code 13)

Klassisches Verfahren mit Acetylen-Sauerstoff-Flamme. Schichtdicken typisch 100–500 µm, Auftrags­wirkungsgrad moderat (~50 %). Anwendung: Korrosionsschutz (Zink, Aluminium), Großbauteile im Stahl- und Anlagenbau. Dokumentations-Pflicht überschaubar, oft reichen ISO-3834-Basisanforderungen.

3. Lichtbogenspritzen (Code 12)

Zwei Drähte werden durch einen Lichtbogen geschmolzen und mit Druckluft zerstäubt. Sehr hohe Auftrags­raten, typisch für Korrosions­schutz auf großen Flächen (Brammen, Schiffs­decks). Hoher Wärmeeintrag begrenzt Substrat-Wahl.

4. Plasmaspritzen (Code 14)

Pulver oder Draht werden in einem Plasma-Strahl (10.000–20.000 °C) geschmolzen. Sehr dichte, haftfeste Schichten für Hochtemperatur-Anwendungen (Turbinen, TBC). Dokumentations-Pflicht mittel bis hoch — prozess­kritisch.

5. HVOF — Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen (Code 15)

HVOF kombiniert Flammspritzen mit Überschall-Gasstrahl. Sehr dichte Schichten (Porosität < 1 %), hohe Haftzug­festigkeit. Standard für Verschleißschutz mit Wolframcarbid (Walzen, Buchsen, Wellen). Dokumentations-Pflicht hoch — Parameter-Reproduzierbarkeit entscheidend.

6. Kaltgas-Spritzen (Code 16)

Pulver wird ohne Wärmezufuhr durch Überschall-Gasstrom beschleunigt und prallt kalt auf das Substrat. Keine Oxidation, kein Phasen­wechsel — ideal für temperaturempfindliche Werkstoffe. Anwendung: Elektro­nik, Medizintechnik, Reparatur.

7. Detonations-Spritzen (Code 17)

Pulver wird durch kontrollierte Detonationen auf das Substrat geschleudert. Höchste Haftzug- und Dichte-Werte, aber kleine Beschichtungs­fläche pro Zyklus. Anwendung: Luftfahrt (Turbinen-Schaufeln), Spezial­anwendungen.

8. Werkstoff-Zuordnung und Pulver-Chargen

Pro Verfahren kommen typische Werkstoffe zum Einsatz: Wolframcarbid (HVOF), MCrAlY (Plasma/Vakuum-Plasma), Inconel, Chromcarbid, Aluminium-Bronze, reines Zink/Aluminium (Flamm). Pro Werkstoff sind Pulver-Chargen vom Hersteller rückverfolgbar — die Chargen-Daten sind Teil der EN-17002-Dokumentation.

Wie SpritzDoku die Verfahrens­vielfalt abbildet

SpritzDoku kennt alle ISO-4063-Codes und ordnet jedem Auftrag automatisch das passende Verfahren zu. Parameter-Vorlagen pro Verfahren sparen Zeit und sichern Reproduzierbarkeit.

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