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Nadcap AC7110/12 — was Luftfahrt-Beschichter zur Surface Enhancement wissen müssen

Nadcap AC7110/12 regelt die Auditierung von Surface-Enhancement-Prozessen in der Luftfahrt. Wir erklären die Anforderungen und Doku-Pflichten.

18. Juni 2026·SpritzDoku Team· 2 Min
#nadcap#luftfahrt#en-9100#surface-enhancement#audit

Was ist Nadcap?

Nadcap (National Aerospace and Defense Contractors Accreditation Program) ist ein international anerkanntes Akkreditierungs­programm für die Luftfahrt- und Verteidigungs­industrie. Es wurde 1990 in den USA gegründet und wird heute weltweit von über 4.600 Zulieferern genutzt. Nadcap-Audits werden von PRI (Performance Review Institute) durchgeführt.

Ziel: Die wiederholte Auditierung gleicher Prozesse bei verschiedenen Zulieferern durch jeweils eigene Kunden­audits zu ersetzen. Wer ein Nadcap-Audit besteht, gilt für alle teilnehmenden OEMs als auditiert — und spart Zeit und Geld.

AC7110/12 Heat Treating / Surface Enhancement

Innerhalb des Nadcap-Programms regeln die Audit Criteria (AC) einzelne Prozess­typen. Für die Beschichtungs-Industrie sind vor allem relevant:

  • AC7110 — Heat Treating (Wärme­behandlung)
  • AC7110/12 — Surface Enhancement (Oberflächen­veredelung, inkl. Thermisches Spritzen, Plattieren, Anodisieren)

Beschichter, die Nadcap-zertifiziert werden wollen, müssen ihre Spritz-Prozesse gegen AC7110/12 auditieren lassen. Das Audit umfasst Prozess­kontrolle, Personal­qualifikation, Ausrüstung, Kalibrierung und — besonders wichtig — Dokumentation.

Audit-Schwerpunkte

Bei Nadcap-AC7110/12-Audits stehen typische Punkte auf dem Prüfstand:

  1. Personal-Qualifikationen — Sind alle Spritzer nach ISO 14918 (oder vergleichbar) qualifiziert? Sind die Qualifikationen gültig?
  2. Prozess­kontrolle — Werden alle prozess­relevanten Parameter dokumentiert? Werden Abweichungen erfasst und behandelt?
  3. Ausrüstung und Kalibrierung — Sind Spritz-Anlagen, Mess­geräte und Substrat-Vorbehandlungs­anlagen kalibriert?
  4. Werkstoff-Rückverfolgbarkeit — Sind alle Pulver-Chargen vom Eingang bis zum Auftrag rück­verfolgbar?
  5. Aufsicht und Verantwortlichkeiten — Ist die ISO-12690-Aufsichts-Person klar benannt und dokumentiert?
  6. Korrektur-/Vorbeuge­maßnahmen (CAPA) — Werden Abweichungen systematisch erfasst und behoben?

Doku-Anforderungen pro Auftrag

Pro Auftrag verlangt Nadcap AC7110/12:

  • Spritz-Anweisung mit allen Parametern (Verfahren, Werkstoff, Schichtdicke, Spritz-Parameter)
  • Operator-Logbuch mit Datum, Uhrzeit, Operator, Parameter pro Bauteil/Charge
  • Werkstoff-Zertifikat für jedes verwendete Pulver (Charge, Daten­blatt, Eingangs­prüfung)
  • Prüfprotokoll (Schichtdicke, Haftzug, Härte) mit Soll-/Ist-Vergleich
  • Aufsichts-Person für den Auftrag mit Befugnis­nachweis
  • CAPA-Doku bei Abweichungen

Diese Daten müssen pro Bauteil abrufbar sein, nicht nur auftrags­weise.

Vorbereitung mit SpritzDoku

SpritzDoku unterstützt die Nadcap-Vorbereitung mit einer vollständigen Datenkette pro Auftrag und Bauteil:

  • Spritzer-Qualifikationen mit automatischer Ablauf-Erinnerung (90/60/30 Tage vorher)
  • Pulver-Charge-Verwaltung mit Daten­blatt-Upload und Verbrauchs­nachweis
  • Spritz-Anweisungs-Templates pro Verfahren mit allen Audit-relevanten Feldern
  • Prüfprotokoll mit Schichtdicke, Haftzug, Härte und Toleranz­prüfung
  • Audit-Log mit allen Änderungen pro Auftrag
  • EN-17002-Export als PDF für den Auftraggeber

Wer Nadcap AC7110/12 anstrebt, sollte 3–6 Monate vor dem Audit mit der strukturierten Doku in SpritzDoku starten — so liegen alle Daten bereits in der Form vor, die der Auditor erwartet.

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